Orthoservice Ro+Ten

Kategorien

Keine Kategorie gefunden.

Themen

Keine Thema gefunden.

Pathologien

Keine Pathologie gefunden.

Produkte

Keine Produkte gefunden.

Gesundheitstipps

Keinen Gesundheitstipp gefunden.

Skoliose falsche Haltung

Die Skoliose

Die Skoliose

Der Begriff Skoliose stammt vom griechischen Wort „Skolíosis“, was soviel bedeutet wie Verwerfung, Deformierung bzw. Verkrümmung. Dabei handelt es sich um eine Pathologie, die bereits seit der Antike bekannt ist.


Die Skoliose ist eine laterale Verkrümmung der Wirbelsäule, die mit der Rotation der Wirbel einhergeht und sich in einer dreidimensionalen Deformität äußert. Die Wirbelsäule ist, von hinten betrachtet, nicht gerade und eine der beiden Hälften des Brustkorbs steht weiter hervor. Das liegt daran, dass die Wirbelkörper, anstatt perfekt übereinander zu liegen und sich gegenseitig zu stützen, nach rechts oder links verdreht sind. Diese Verkrümmung ist meist mit bloßem Auge nicht erkennbar und erfordert die Aufnahme eines Röntgenbildes.

Eine Skoliose kommt jedoch nicht so häufig vor, wie man denken könnte, auch wenn es stimmt, dass Kinderärzte und Kinderärztinnen sowie Orthopäden und Orthopädinnen häufig feststellen, dass der von hinten betrachtete Rücken von Kindern und Jugendlichen nicht perfekt gerade erscheint.

In den meisten Fällen handelt es sich jedoch lediglich um eine skoliotische Fehlhaltung, also um eine Alteration der Wirbelsäule, die nicht auf eine Fehlbildung, sondern auf andere Faktoren zurückzuführen ist. Die häufigste Ursache dafür liegt in einer Art „Dysfunktion“ aufgrund eines Längenunterschieds der Beine, der zu einer Haltungskompensation der Wirbelsäule führen kann.

Andere skoliotische Ausdrucksformen können durch Muskelkontrakturen oder Haltungsfehler verursacht werden, die sich im Allgemeinen von selbst korrigieren und keiner besonderen Behandlung bedürfen.

Die Häufigkeit einer tatsächlichen Skoliose im Alter zwischen 12 und 16 Jahren beträgt in etwa 2-3 % bei den Jugendlichen, wobei sie vorwiegend bei Mädchen in Erscheinung tritt.

Je nach Erscheinungsform wird Skoliose in thorakale, lumbale oder thorakolumbale Skoliose unterschieden und je nach der primärer Krümmungsrichtung spricht man von rechts oder links konvexer Skoliose.

Je nach Alter bei der ersten Diagnose wird Skoliose in infantile (bis zum dritten Lebensjahr), juvenile (ab dem dritten Lebensjahr bis zur Pubertät), adoleszente (von der Pubertät bis zum vollständig abgeschlossenen Knochenwachstum) sowie adulte Skoliose eingeteilt.

Nicht alle Skoliose-Formen verschlechtern sich im Laufe der Zeit. Einige bleiben stabil und haben keine ästhetischen oder funktionellen Folgen. Dabei handelt es sich um Fälle von leichter Skoliose, die keine großen Auswirkungen auf die täglichen Aktivitäten haben. Es gibt jedoch andere Formen, die sich während des Wachstums verschlechtern können und neben ästhetischen Beeinträchtigungen auch zu chronischen Schmerzen und Deformitäten des Rumpfes und des Brustkorbs führen, wodurch der Raum für die Organe eingeengt und zum Beispiel die Funktion der Lunge beeinträchtigt wird.

Die unterschiedlichen Ursachen einer Skoliose

Die häufigste Form, die als idiopathische Skoliose bezeichnet wird, entwickelt sich bei Jugendlichen während der Wachstumsphase, die der Pubertät vorausgeht. Dabei deutet der Begriff „idiopathisch“ auf eine Pathologie, deren Ursache unbekannt ist und tatsächlich konnte der genaue Grund für diese Erkrankung nie identifiziert werden. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass Vererbung eine Rolle spielen könnte, weil sie häufiger in denselben Familien auftritt, und wahrscheinlich gibt es auch prädisponierende Umweltfaktoren.

Es gibt auch sekundäre Skoliosen, die auf andere Pathologien zurückzuführen sind:

  • Kongenitale Skoliose: sie ist angeboren, zeigt sich demnach bei der Geburt und wird durch eine oder mehrere Fehlbildungen der Wirbelkörper verursacht, die unvollständig angelegt oder miteinander „verschmolzen“ sind;
  • Neuromuskuläre Skoliose: sie wird durch neurologische Grunderkrankungen wie die Zerebralparese oder Muskeldystrophie verursacht, die zu schweren Defiziten der paravertebralen Muskulatur führen, also jener Muskeln, die zum Aufrechthalten einer geraden Wirbelsäule beitragen;
  • Skoliose, verbunden mit genetischen Syndromen wie Down-Syndrom, Marfan-Syndrom und Neurofibromatose;
  • Degenerative Skoliose: sie betrifft Erwachsene im höheren Alter und wird durch die fortschreitende Degeneration der Bandscheiben verursacht.

Anzeichen und Symptome

Während eine unbehandelte Skoliose im Erwachsenenalter zu Schmerzen, fortschreitender Deformität und manches Mal auch zu kardiorespiratorischen Problemen führen kann, gibt es während des Wachstums keine offensichtlichen Symptome, so dass die Pathologie oft nur zufällig erkannt wird – durch einen geschulten Blick oder während einer klinischen Bewertung. Darauf folgt eine Röntgenaufnahme, um die Diagnose zu bestätigen und die Verkrümmung zu messen. Eine idiopathische Skoliose manifestiert sich ab der Präadoleszenz im Alter von etwa 10 Jahren, obwohl es auch frühe Formen gibt, die jüngere Kinder betreffen.

Je nachdem, welcher Bereich der Wirbelsäule von der Deformität betroffen ist, spricht man von einer thorakalen, lumbalen oder thorakolumbalen Skoliose und in der Tat führt eine entstandene Primärkrümmung oftmals zum Auftreten von sekundären oder kompensatorischen Krümmungen, wodurch die Wirbelsäule ihr typisches „S“-förmiges Aussehen erhält.

Die Anzeichen variieren von Patient zu Patient, auch wenn einige häufiger auftreten:

  • ein Schulterblatt kann stärker hervorstehen als das andere;
  • das Becken kann gedreht oder versetzt ausgerichtet erscheinen;
  • eine Hüfte kann höher liegen oder stärker hervorstehen;
  • die Rippen befinden sich auf beiden Seiten auf unterschiedlichen Höhen;
  • stark hervorstehende Rippen beim Vorbeugen;
  • die Hüften weisen eine unregelmäßige Form auf;
  • der Körper kann zu einer Seite geneigt erscheinen.

Diagnose

Die idiopathische Skoliose wird in der Regel bei einer Routineuntersuchung durch den Kinderarzt/die Kinderärztin festgestellt. Häufig sind jedoch die Eltern die Ersten, die bei ihrem Kind eine Verkrümmung der Wirbelsäule vermuten. Manches Mal wird der Verdacht auch von einer Lehrkraft oder einem Sporttrainer geäußert.

Einer der einfachsten und effektivsten diagnostischen Tests zum Erkennen einer Skoliose ist der Adam-Test: Dabei wird der Patient gebeten, im Stehen den Oberkörper in einem Winkel von 90° zum Becken nach vorn zu beugen, ohne dabei die Knie anzuwinkeln. Durch das Beobachten des Rückens in dieser Position kann der Arzt ein einseitiges Vorwölben der Rippen (den sogenannten Rippenbuckel), eventuelle Asymmetrien der Hüften oder einen Höhenunterschied zwischen den beiden Schulterblättern feststellen – alles Anzeichen einer strukturellen Verkrümmung der Wirbelsäule. Bei einem positiven klinischen Befund wird eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule angefertigt. Anhand dieser Röntgenaufnahme lassen sich das Ausmaß der Verkrümmung und der Grad der Rotation der Wirbelkörper messen. Da es sich bei der Skoliose um eine dreidimensionale Fehlbildung handelt, ist die Wirbelsäule neben der Verkrümmung in der Frontalebene auch um ihre vertikale Achse verdreht.

Die Rotation der Wirbelsäule beeinflusst sowohl den Schweregrad des Rippenbuckels als auch den Grad der Steifigkeit der Verkrümmung.

Zum Beurteilen des Schweregrades einer Skoliose dient vor allem der Cobb-Winkel. Er wird anhand einer Röntgenaufnahme der gesamten Wirbelsäule von vorn, in anterior-posteriorer Projektion bestimmt. Dazu wird der am stärksten geneigte Wirbel oberhalb des Scheitelpunkts der Krümmung identifiziert und eine Tangente parallel zum oberen Ende des Wirbels gezogen. Auf die gleiche Weise identifiziert man den am stärksten geneigten Wirbel unterhalb des Scheitelpunkts der Krümmung und zieht eine weitere Tangente parallel zum unteren Ende dieses Wirbels. Der Cobb-Winkel ergibt sich nun aus dem Winkel zwischen den Verlängerungen dieser beiden Tangenten. 

Im Allgemeinen sind Winkel unter 10° nicht signifikant; ein Cobb-Winkel zwischen 10° und 20° definiert eine leichte Skoliose, die in den meisten Fällen keiner Behandlung, sondern lediglich einer klinischen Beobachtung bedarf. Skoliosen mit einem Cobb-Winkel über 20° müssen hingegen behandelt werden.
 

Die Röntgenaufnahme der Wirbelsäule muss auch das Becken mit einschließen, um das Knochenalter des Patienten anhand des Ausmaßes der Ossifikation der Darmbein-Apophysen einzuschätzen. Dieses als Risser-Zeichen bezeichnete Merkmal gibt dem Arzt einen Anhaltspunkt für den Grad der Knochenreife des Patienten und damit für das weitere Wachstumspotenzial. Solange sich der Patient noch im Wachstum befindet, kann die skoliotische Krümmung weiter fortschreiten. Das Risser-Zeichen ist daher wichtig, um die Dauer und Wirksamkeit der zu ergreifenden Behandlungsmaßnahmen zu beurteilen.

Behandlung

Das vorrangige Ziel ist es, eine Korrektur der Wirbelsäule bei Patienten, die sich noch im Wachstum befinden, zu erreichen und ihnen damit eine gute Funktionalität derselben im Erwachsenenalter zu ermöglichen. Wie bei vielen Erkrankungen lassen sich natürlich auch bei der Skoliose die besten Ergebnisse erzielen, wenn die Diagnose frühzeitig gestellt wird und somit nicht nur eine Behandlung erfolgt, sondern auch Präventionsmaßnahmen ergriffen werden können.

Bei einer Skoliose mit einer Krümmung von bis zu 15–20° nach Cobb genügt es, an der Körperhaltung zu arbeiten, vor allem durch Haltungsschulungen. Zudem wird körperliche Aktivität dringend empfohlen, ebenso regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um die Veränderungen an der Wirbelsäule zu überwachen.

Weist die Skoliose eine Krümmung von über 20° bis zu 45° nach Cobb auf, ist zusätzlich zu einer Haltungsschulung das Anwenden von orthopädischen Korsetts erforderlich, die von einem Spezialisten verschrieben werden müssen. Obwohl verschiedene physiotherapeutische Programme zur Korrektur der Verkrümmung vorgeschlagen werden und die körperliche Bewegung Teil der Skoliose-Therapie sein sollte, stellt die Behandlung mit einem Korsett derzeit den Ansatz mit der solidesten Evidenz dar, um das Fortschreiten der Verkrümmung während des Wachstums aufzuhalten, bestehende Krümmungen zu korrigieren und die erreichten Korrekturen zu erhalten.

Es gibt verschiedene Arten von Miedern, Stützkorsetts und Orthesen, die je nach Ausmaß und Morphologie der skoliotischen Krümmungen verschrieben und direkt am Patienten individuell angepasst werden. Sie wirken durch einen Mechanismus aus Aufrichten/Gegendruck, Gegenrotation und Flexion auf die skoliotische Deformierung ein, um das natürliche Wachstum der Wirbelsäule zum Neu-Modellieren zu nutzen und die Fehlstellung dreidimensional zu korrigieren. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme hängt entscheidend vom optimalen Anpassen an die Anatomie des Patienten und dem Einhalten der Tragezeiten ab. Daher muss das Hilfsmittel regelmäßig (im Allgemeinen alle 4–6 Monate) ausgetauscht werden, um zu gewährleisten, dass es immer wieder bestens an das Wachstum und die Veränderungen der Form der Wirbelsäule angepasst ist.

Wann eine Operation erforderlich ist

Korsetts haben sich bei der Behandlung von Skoliose bei Jugendlichen, deren Skelett noch nicht ausgewachsen ist, mit Verkrümmungen mit einem Cobb-Winkel von bis zu 30°/35° als wirksam erwiesen. Im Allgemeinen wird ein chirurgischer Eingriff erst bei Krümmungen von mehr als 45° bis 50° in Betracht gezogen, insbesondere bei Patienten, die sich noch im Wachstum befinden, oder bei signifikantem Fortschreiten der Erkrankung und nach fachärztlicher Beurteilung.

Der korrigierende Eingriff hat das Ziel, die Deformität der Wirbelsäule durch das Implantieren von zwei entsprechend geformten Stangen zu reduzieren. Dabei wird auf die skoliotische Krümmung durch Gegenrotation und Aufrichten begradigend eingewirkt. Die auf die einzelnen Wirbel wirkenden Kräfte werden über Schrauben übertragen, die in die knöchernen Strukturen der Wirbelkörper, die sogenannten Pedikel, eingesetzt werden.

Die auf diese Weise erzielte Korrektur wird durch eine Knochenfusion der betroffenen Wirbel, die sogenannte Arthrodese, stabilisiert. Hierzu werden die hinteren Wirbelelemente abgetragen, um den darunterliegenden Spongiosa-Knochen freizulegen. Anschließend wird ein Knochentransplantat eingesetzt, das vorab aus dem Knochengewebe des Patienten entnommen wurde und zuweilen durch synthetische Materialien keramischer Natur (eine Art Kunstknochen) ergänzt wird. Innerhalb weniger Monate verwachsen die Knochentransplantate mit den sie umgebenden Strukturen und „fixieren“ die Wirbelsäule in der korrekten Position.

Die gewählte Operationstechnik richtet sich nach dem Schweregrad und der Steifigkeit der Krümmung sowie nach den individuellen Merkmalen des Patienten.

Fazit

Die Diagnose und Behandlung einer Skoliose sollte stets einem Spezialisten anvertraut werden. Die hier aufgeführten Informationen dienen lediglich als allgemeiner Überblick über das Krankheitsbild. Nur durch eine gründliche orthopädische Untersuchung ist es möglich, eine einfache skoliotische Fehlhaltung von einer strukturellen Skoliose zu unterscheiden, deren Schweregrad zu beurteilen und das am besten geeignete Programm zum Überwachen und Behandeln festzulegen. Sich einer fachärztlichen Beurteilung zu unterziehen, ermöglicht es, bewusste und gezielte Entscheidungen im Interesse der Gesundheit und der Lebensqualität des Patienten zu treffen.


Die auf dieser Website enthaltenen Informationen dienen ausschließlich Informationszwecken. Sie stellen in keinem Fall eine Diagnose oder Vorgabe zur Behandlung dar. Sie ersetzen auch in keiner Weise die direkte Beziehung zwischen Arzt und Patient oder die Untersuchung durch einen Spezialisten. Es wird empfohlen, immer den Rat des eigenen Arztes und/oder Spezialisten bezüglich der aufgezeigten Indikationen oder in eventuellen Zweifelsfällen einholen.

Haftungsausschluss

Gesundheitstipps

Das könnte dich interessieren

Alle Gesundheitstipps
Alle Gesundheitstipps
iturls deurls chiturls chfrurls chdeurls ruurls plurls enurls de chit chde chfr chfr pl en